Was mir die Kräuter bedeuten
- ANDREA KO
- 4. Dez. 2025
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Dez. 2025

Schafgarbe – die sanfte Heilerin
Die Schafgarbe begegnet mir oft ganz unauffällig am Wegesrand, mit ihren feinen, weißen Blüten. Doch hinter dieser Sanftheit steckt eine erstaunliche Kraft.
Ich habe sie zuerst als Tee kennengelernt, als ich nach etwas suchte, das bei Bauchschmerzen hilft. Seitdem ist sie ein fixer Bestandteil meiner Hausapotheke. Sie wirkt ausgleichend, beruhigend und stärkend und schafft auch bei Regelbeschwerden Linderung.
Beim Sammeln in blühenden Wiesen achte ich besonders auf trockene, sonnige Tage – dann entfaltet sie ihr volles Aroma.
Brennnessel – die unterschätzte Königin
Die Brennnessel hat mich anfangs herausgefordert. Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Sammelerlebnis – ohne Handschuhe, voller Neugier und mit brennenden Fingern. Doch genau das hat mich neugierig gemacht: Warum schützt sich diese Pflanze so? Was steckt in ihr?
Heute weiß ich: Die Brennnessel ist eine wahre Nährstoffbombe – voller Eisen, Magnesium und Vitamine. Ich nutze sie für Tee, Suppen und ihre Samen als grünes Pulver im Smoothie.
Sie steht für mich für Stärke und Selbstschutz. Und sie erinnert mich daran, dass auch das „Stachelige“ im Leben oft wertvoll ist – wenn man lernt, richtig damit umzugehen. ;-)
Brennnesselsamen – das Superfood
Während die Brennnessel selbst schon beeindruckend ist, sind ihre Samen für mich ein echter Geheimtipp.
Die Ernte davon führe ich an heißen Sommertagen an meinen bekannten Plätzen durch, wo mein Papiersackerl immer schnell gefüllt ist. Die winzigen Nüsschen – wie man sie in der Fachsprache nennt - sind wahre Energiebooster – voller Eiweiß, Mineralstoffe und Vitalität. Ich streue sie über meine Gemüsepfanne oder mische sie in den Salat.
Sie erinnern mich daran, dass oft in den kleinsten Dingen die größte Kraft steckt.
Löwenzahn – der goldene Mutmacher
Früher habe ich den Löwenzahn als „Unkraut“ gesehen – heute sehe ich in ihm einen kleinen goldenen Mutmacher.
Seine leuchtenden Blüten erinnern mich daran, dass Schönheit oft dort wächst, wo man sie nicht erwartet. Und seine Kraft, sich durch Asphalt und Mauerritzen zu kämpfen, ist für mich ein Sinnbild für Widerstandskraft und Neubeginn.
Ich sammle Löwenzahn vor allem im Frühling – die jungen Blätter für Salate, die Blüten für Sirup oder Tee. Kinder lieben es, die leuchtend gelben Blüten zu pflücken, deren Saft unschöne Flecken auf der Kleidung verursacht, aber die Freude am Pflücker überwiegt eindeutig.
Löwenzahnwurzel – der bittere Wachmacher
Vollkommen verblüfft war ich, als ich lernte, dass sich aus den Wurzeln des Löwenzahns Kaffeeersatz herstellen lässt. Besonders im Herbst, wenn die Pflanze ihre Energie in die Wurzel zurückzieht, ist der richtige Zeitpunkt zum Sammeln.
Nach dem Trocknen der Wurzeln werden sie geröstet und gemahlen, schon ist der Kaffeeersatz fertig. Ganz ohne Koffein, aber mit einem angenehm herben Geschmack. Es ist ein kleines Ritual geworden: Die Wurzel ausgraben, reinigen, schneiden, rösten – und dann bewusst genießen.
Für mich steht die Löwenzahnwurzel für Erdung und Klarheit. Sie hilft mir, wach zu bleiben – nicht nur körperlich, sondern auch geistig.
Wiesen-Bärenklau – der sanfte Riese
Der Wiesen-Bärenklau hat mich schon als Kind fasziniert – mit seinen großen, ausladenden Blättern und den weißen Dolden, die wie kleine Sonnenschirme über der Wiese stehen. Lange habe ich ihn nur als „große Pflanze“ wahrgenommen, ohne zu wissen, wie viel Kraft in ihm steckt.
Heute sehe ich ihn mit anderen Augen. Seine jungen Blätter sind essbar, und seine Stängel erinnern geschmacklich sogar ein wenig an Sellerie. Aber was mich am meisten beeindruckt: Trotz seiner Größe wirkt er nicht dominant, sondern ruhig und freundlich – wie ein stiller Wächter der Wiese.
Spitzwegerich – der stille Helfer
Der Spitzwegerich ist für mich ein Wunderkraut – unscheinbar, aber unglaublich wirksam.
Er ist der ideale Helfer bei Mückenstichen. Verreibt man ein Spitzwegerich Blatt und legt dieses auf die Hausstelle, verschwinde der Juckreiz wie von Zauberhand.
Spitzwegerich sammle ich für Suppen, die durch ihn eine pilzartige Geschmacksnote bekommen.
Er steht für mich für Sanftheit und Schutz – und dafür, dass die besten Helfer oft ganz still am Wegesrand stehen.
Holunderblüten – Duft der Erinnerung
Wenn der Holunder blüht, beginnt für mich der Sommer. Sein Duft ist himmlisch und bringt mich zum Träumen. Gerne koche ich damit Sirup, der an heißen Sommertagen wunderbar erfrischend schmeckt.
Heute sammele ich die Blüten im Sommer und später die Beeren mit großer Dankbarkeit für einen Vitaminsaft im Winter.
Hagebutte – der leuchtende Wintergruß
Wenn die Tage kürzer werden und die Natur sich zurückzieht, leuchten die Hagebutten wie kleine rote Juwelen in den Hecken. Für mich sind sie ein Zeichen der Hoffnung – dass auch der Winter seine Geschenke bereithält.
Ich sammle sie gern nach dem ersten Frost, wenn sie weich und süß geworden sind. Aus ihnen mache ich Tee oder Mus, das eine wunderbar rötliche Farbe erzeugt.
Die Hagebutte steht für mich für Widerstandskraft und Wärme. Sie trotzt dem Frost und schenkt uns Vitamin C, Farbe und Geschmack, wenn alles andere grau wird.
Kastanienknospen – Pflege und Kälteschutz
Die Kastanienknospen haben für mich etwas Magisches. Ihre unverkennbar großen dicken Knospen, die wunderbar mit Harz eingehüllt sind und den Baum vor der Kälte des Winters schützen. Die herrlich glatten Kastaniennüsse, die die Kinder im Herbst um die Wette sammeln. Ein Baum voller Leben und voller Kraft.
Die Herstellung einer Salbe ist denkbar einfach. Ein paar Knospen in Öl ausgezogen und später mit Bienenwachs zu einer einfachen Salbe verarbeitet. Die Salbe gibt einen wunderbar sanften Kälteschutz für die Haut.
Diese Salbe ist für mich mehr als ein Pflegeprodukt. Sie steht für das Wissen, das in der Natur liegt – und dafür, wie viel wir selbst tun können, wenn wir uns Zeit nehmen und Vertrauen in die Kraft der Pflanzen haben.
Ist es nicht wunderbar, wie gut die Natur für uns sorgt?
Und wenn es drunter und drüber geht in der Welt mit Klimawandel, Borkenkäfer und Co. – die Natur findet immer einen Weg – manchmal dauert es etwas länger, bis sie sich erholt hat, aber die Natur findet immer einen Weg! Diese Erkenntnis hat mich sehr berührt und zugleich sehr beruhigt.
Bereitet Dir der Blick auf die Zukunft auch manchmal Sorgen? In meinem nächsten Beitrag schreibe ich davon, was mir im Hinblick darauf noch geholfen hat.




Kommentare